Dritter Platz und prämierte Theaterstücke beim Azubiturnier des Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Im November war es endlich soweit: Ein Team aus der FAE 2 wurde anlässlich der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen „Team Beruf“ zum Azubiturnier nach Köln eingeladen. Im Juni hatte das Team einen eigens gedrehten Videobeitrag eingereicht, in dem auf humorvolle Weise – nur so viel: ein Banküberfall stand im Zentrum des Geschehens! – die Arbeit eines Dolmetschers gezeigt wurde. Hier danken wir noch einmal herzlich der Volksbank Nordoberpfalz in Weiden für ihre Unterstützung. Der Beitrag wurde von der unabhängigen Jury anschließend so hoch bewertet, dass das Team zur zweiten Runde nach Köln eingeladen wurde und dort mit einem dritten Platz für ihr Video sowie diversen Geldpreisen für die Leistungen beim Turnier ausgezeichnet wurde. Um tiefere Einblicke in ihre Arbeit im Rahmen des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen und des Azubiturniers zu geben, folgt ein Interview mit Emily, Fawatim, Gabriel und Johanna – den kreativen Köpfen hinter dem Beitrag „How to be an interpreter“.

Ihr habt dieses Jahr am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen. Könnt ihr uns kurz erklären, was genau dabei eure Aufgabe war? 

Team: Wir sollten in einem Beitrag präsentieren, wie wir in unserem (zukünftigen) Beruf Fremdsprachen nutzen können. Wir konnten uns zwischen einem Audio- oder Videobeitrag entscheiden und haben zweiteres gewählt. Außer dem eigentlichen Video mussten wir unser Projekt schriftlich dokumentieren – von der Idee über die Filmarbeiten bis hin zum Feinschliff.

Hattet ihr in eurem Team eine konkrete Aufgabenverteilung an die einzelnen Teammitglieder?

Team: Das hat sich bei uns zum Glück recht organisch ergeben. Bei Idee und Skript haben wir so lange gebrainstormt, bis alle zufrieden waren und den Rest haben wir möglichst nach Stärken verteilt. Bei den Rollen im Video waren wir ohnehin recht eingeschränkt, weil alle ungefähr gleich große Sprechanteile haben sollten und wir zwei Fremdsprachen verwenden mussten – Deutsch ist als Wettbewerbssprache verboten. Da war teilweise die Arbeitsbeschaffung ein größeres Problem als die Arbeitsaufteilung.

Euer Videobeitrag hat es in die engere Auswahl geschafft und ihr wurdet zusammen mit elf anderen Teams aus der gesamten Bundesrepublik zum Azubiturnier eingeladen. Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr erfahren habt, dass ihr unter den zwölf besten Teams aus ganz Deutschland seid und nach Köln fahren dürft?

Gabriel: Ich hab mich sehr gefreut! Angesichts der in das Projekt gesteckten Arbeit und unseres Fleißes, hat es sich sehr gut angefühlt, dass das auch honoriert wurde.

Emily: Obwohl wir schon sehr stolz auf unser Video waren, war es doch eine positive Überraschung. Ich hab mich sehr auf den Ausflug nach Köln gefreut.

Johanna: Ich habe mich wahnsinnig gefreut, wusste aber auch, dass unser Video wirklich gut war und viel Arbeit dahintersteckte. Umso schöner war die Bestätigung durch die Einladung nach Köln.

Fawatim: Um ehrlich zu sein, habe ich es schon erwartet, weil unser Video ziemlich gut war. Trotzdem habe ich mich gefreut, da dieses Jahr viele Teams mitgemacht haben und wir es geschafft haben, eines der besten zu sein.

Wie war die Reise nach Köln für euch? Wart ihr vorher schon einmal dort?

Gabriel: Spaßig! Alles war super organisiert. Ich war zum ersten Mal in Köln und die Eindrücke haben mir wirklich gut gefallen. Ich will auf jeden Fall mal wieder am Rhein stehen, einfach zuschauen, wie Schiffe vorbeiziehen. Es war schlau von uns, noch eine Nacht länger zu bleiben.

Emily: Ich fand‘s richtig schön! Ich war schon einmal in Köln (sogar in derselben Jugendherberge!), aber dieses Mal hab ich – aufgrund der vielen (unfreiwilligen) Spaziergänge in der Stadt – einiges mehr von Köln sehen können.

Johanna: Die Reise lief ganz gut. Wir hatten dank der Übernahme der Kosten für die Bahn vom Bundeswettbewerb aus ganz entspannt nach Köln fahren können. Die Jugendherberge war ebenfalls super. In Köln war ich zuvor schon einmal, allerdings nur für ein Konzert, deshalb habe ich dabei kaum etwas von der Stadt gesehen. Das konnte ich jetzt ändern.

Fawatim: Es war tatsächlich mein erstes Mal in Köln! Die Reise lief gut und es war spannend, die Stadt zu sehen.

Könnt ihr uns noch ein wenig mehr zum eigentlichen Ablauf des Azubiturniers sagen?

Team: Am Donnerstag gab es eine Einführungsveranstaltung mit Beiträgen der Organisatoren und aus der Politik sowie Informationen über den Ablauf. Am nächsten Nachmittag sollten in neu zusammengewürfelten Gruppen fremdsprachige Theaterstücke auf Basis eines schriftlichen Impulses (in diesem Fall: rheinische Weisheiten!) kreiert werden. Dann ging es auch schon in medias res und wir begannen, in unseren neuen Teams an den Stücken zu arbeiten. Außerdem bekamen wir am Abend noch einen Theaterworkshop. Am Freitag haben wir die Stücke finalisiert und vor Publikum aufgeführt. Am Samstag folgte dann schlussendlich noch die Preisverleihung.

Hattet ihr auch Freizeit? Wenn ja, wie habt ihr diese genutzt?

Team: Am Freitag wurden wir gemeinsam mit allen anderen Wettbewerbsbeteiligten zum Essen eingeladen – da haben wir zum ersten Mal Kölsch probiert. Und als am Samstag der Wettbewerb vorbei waren, sind wir in ein von Johanna sehr empfohlenes veganes Restaurant (Sattgrün) gegangen und ins Museum Ludwig, wo u. a. Picasso, Warhol und Lichtenstein ausgestellt sind. An den Abenden haben wir in der Herberge Tischtennis gespielt und insgesamt haben wir, wie von Emily bereits angedeutet, viel Zeit mit Laufen verbracht, weil zusätzlich zum öffentlichen Nahverkehr auch sämtliche Navigationsapps in Köln nicht funktionierten.

Was ist euer Fazit zur Teamarbeit in den neu gemischten Gruppen und zu der Arbeit an den Theaterstücken? Wie war die Erfahrung? 

Gabriel: In meinem Team waren alle motiviert, engagiert, diszipliniert und kreativ – die perfekte Kombination also. Wir hatten zu keinem Zeitpunkt ein Skript, weil sich das Stück fast von selbst entwickelt hat und wir laufend Änderungen im Prozess gemacht haben. Wir waren wirklich in unserer eigenen Welt.

Emily: Vor der Teamarbeit mit neuen Leuten, bei der wir auch noch eine so schwierige Aufgabe bewältigen mussten, hatte ich vorher am meisten Angst. Doch wir haben es geschafft, es hat echt gut geklappt und Spaß gemacht.

Johanna: Es war zwar stressig, dennoch hat es echt viel Spaß gemacht. Ich hatte auch ein super Team mit vielen abgedrehten, kreativen Ideen. Außerdem hatten wir eine Auszubildende im Team, die schon Theatererfahrung hatte, eine, die super im Gestalten von Requisiten war, einen Kollegen, der gut im Drehbuchschreiben war – und alles, was mit Sprache zu tun hatte, war meine Aufgabe. Jeder hatte individuelle Stärken und so konnten wir uns super ergänzen. 

Fawatim: Es war besser als erwartet. Ich hatte mir viele Sorgen deswegen gemacht, aber die Leute in meinem Team waren sehr freundlich und wir konnten mit unserer Kreativität ein schönes Theaterstück auf die Beine stellen.

Wie lief die Preisverleihung am Samstagmorgen ab?

Team: Vor der Preisverleihung gab es ein Gruppenfoto (wir haben es allerdings durch organisatorische Probleme an der Rezeption leider verpasst). Es folgten einige Reden – von der Bürgermeisterin, einem Vertreter des Kultusministeriums und einem Vertreter der Wettbewerbsorganisation. Zuerst wurde das Gewinnerteam der Azubi-Jury bekannt gegeben: Johannas Team. Danach der dritte Platz der allgemeinen Jury: Johannas Team. Der zweite Platz: Fawatims Team. Und der erste Platz: Emilys Team. Ebenso gewann Emilys Team den Sonderpreis der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung: ein zweitägiges Online-Seminar namens „Train your Brain“. Zuletzt wurden die Videoprojekte ausgezeichnet. Unser Video „How to Be an Interpreter“ erzielte einen dritten Platz (woohoo!). Insgesamt also voll abgeräumt :-)

Was ist euer Gesamteindruck? Würdet ihr noch einmal mitmachen?

Gabriel: 10/10, would recommend.

Emily: Es war ein wirklich tolles Erlebnis und an sich würde ich’s sehr gerne noch mal machen, aber es wäre zu viel Aufwand ohne die für den Videodreh zur Verfügung gestellten Unterrichtstunden.

Johanna: Es war zwar sehr stressig, innerhalb von so kurzer Zeit in einem neuen Team ein Theaterstück zu kreieren, aber auch sehr schön. Es war eine tolle Auszeit vom manchmal eher zähen Alltag. Ob ich nochmal mitmachen würde, steht noch in den Sternen. Ganz abgeneigt bin ich nicht, aber die Kapazität dafür habe ich gerade auch nicht. 

Fawatim: Es war eine tolle Erfahrung, aber ein zweites Mal würde ich es nicht machen wollen, weil es für mich doch sehr stressig war. Ich war die ganze Zeit im „survival-mode”.

Habt ihr Tipps für Teams, die sich gerne für den Wettbewerb anmelden würden?

Gabriel: Keine Idee ist zu doof, spinnt am Anfang alles mal durch und dann entwickelt sich das Richtige auf jeden Fall! Und vernachlässigt die Projektdokumentation nicht, die ist viele Punkte wert und kann schnell hinten runterfallen…

Emily: habt Spaß :-)

Johanna: Schaut, dass ihr so früh wie möglich anfangt. Ich weiß, meistens prokrastiniert man, aber so hat man dann am Ende weniger Druck und mehr Zeit zum Bearbeiten von dem Video oder dem Podcast. Auch das ist übrigens eine coole Möglichkeit – denn dieses Jahr hat tatsächlich ein Audiobeitrag den ersten Platz gemacht!

Fawatim: Nehmt es nicht zu ernst, aber ernst genug, sodass es sich lohnt, teilgenommen zu haben.

Fawatim Al-Emran, Johanna Brandes, Gabriel Duft, Emily Sommer (FAE 2), Lisa Hegen (Teambetreuung)